Der Chihuahua
Er gehört zu den ältesten Hunderassen aus der Welt und kommt ursprünglich aus Mexiko. Es wurden Skelette von dieser Hundeart gefunden, die bis ins 3.Jahrhundert v.Chr. reichen.
Man erzählt sich, dass Funde durch Ausgrabungen Plastiken gefunden wurden, die einen kleinen fetten Hund aus kurzen Beinen zeigen, und dass diese Hunde gemästet wurden, um geschlachtet und gegessen zu werden. Diese Rasse war eine haarlose Art, die dr Vorläufer des Chihuahuas war. Auch heute kommen noch haarlose Tiere in Würfen vor.
Was man aber wirklich weiß, ist:
Der Chihuahua war ein heiliger Hund bei den Tolteken. Die Tolteken waren ein kriegerisches Volk, die im Hochtal von Mexiko lebten. Die Tiere wurden bei religiösen Festen geopfert. Wenn ein Tolteke starb, so wurde er mit seinen Habseligkeiten und dem Hund verbrannt. Die Inianer glaubten, dass die Hunde dem Verstorbenem den Weg ins Paradies zeigen würden.
Ca. 1850 wurden Touristen auf die kleinen Hunde der Indianer aufmerksam. Als 1880 das Eisenbahnnetz von Mexiko zunehmend ausgebaut wurde, wurden die Hunde als Souvenier den Indianern abgekauft.
Charakter und Wesen
Betrachten wir die indianische Chihuahua-Legende, so lassen sich Grundeigenschaften dieser Rasse in großen Zügen ableiten.
"Der kleine Hund geleitet die Seele seines Herrn durch die neun reißenden Todesflüsse der Unterwelt ins Paradies"
Der Charakter des Hundes sind nämlich Treue und absolute Zuverlässigleit, starke Bezogenheit, großer Mut, Kraft und Robustheit. Dadurch dass der Chihuahua so sehr auf seine Bezugsperson fixiert ist, entwickelt er aber auch leider eine sehr große Eifersucht; wehe, wenn das Herrchen sich mit einem anderem Hund oder einer anderen Person zu lange zuwendet. Er setzt alles daran, dass er wieder die alleinige Aufmerksamkeit seines Herrchens zu erlangen: durch bellen, Männchen machen oder durch Schauspielerei.
Eine üble Eigenschaft ist auch seine fast krankhafte Neugier - er muß überall dabei sein, muß alles gesehen und beschnüffelt haben. Ein noch so leises Rascheln weckt ihn aus dem tiefsten Schlaf.
Er erkennt auch mit seinem sicheren Instinkt Launen und Gefühle und weiß genau, ob es angebracht ist, sich diskret im Hintergrund zu bleiben oder ob das Herrchen gerade Zeit hat. Manchmal könnte man fast meinen, als könnte er mit seinen großen Augen direkt in unsere Gedanken schauen. Er kennt genau die Schwächen jeden Familienmitglieds und weiß diese prompt auszunutzen.
Seine große Sensibilität ist von Vorteil, wenn es um die Erziehung geht, denn dadurch ist er leicht Lenkbar. Er möchte seinem Herrn Freude bereiten, und dafür wird er fast alles machen. Er fühlt, wann er stört und wann er willkommenist; dasmacht ihn so angenehm. Ein hartes Wort, Eifersucht, erfolgloses Betteln oder eine sonstige Kleinigkeit veranlassen ihn, sich wie eine schmollende Diva in seine Ecke zurückzuziehen, und es kann eine geraume Zeit dauern, bis er sich herabläßt, bis er seine Herrchen an sich heranläßt.
Auch wenn der Chihuahua ausschließlich als Hautier gehalten wird, steckt in jedem noch ein kleiner Naturbursche mit unverändert erhaltenem Instinkten. Es ist durchaus nichts ungewöhnliches, wenn er nach dem Fressen übrig gebliebenes Futter versteckt, um Vorräte für "schlechte Zeiten" anzulegen.
Nicht zuletzt wird natürlich die Schmusestunde ganz groß geschrieben. Chihuahuas genießen es gestreichelt und gekrault zu werden. Lange Spaziergänge könnten sie stundenlang machen, am schönsten ist es natürlich, wenn ein zweiter Hund dabei ist. Sie rennen dann um de Wette und spielen Fangen, und es wundert einen immer wieder, wieviel Energie und Ausdauer in so einem Winzling steckt.
Das Märchen, Chihuahuas seine sehr empfindlich gegen Kälte, hält sich hartnäckig, aner es ist wirklich rein erfunden. So lange der Hund bei Kälte in Bewegung bleibt und nicht stundenlang auf der Stelle tritt, kann man ihn bedenkenlos im Freien herumtollen lassen.
Chihuahuas haben einen ausgeprägten Sinn für Eigentum. Sie kennen die Dinge, die ihnen oder ihrer Familie gehören ganz genau und jeder, der vesucht es zu entwenden, wird sich wundern, dass aus diesem kleinen Schmusetier ein richtiger kleiner Teufel werden kann.
Zwischen dem Kurz-und dem Langharchihuahua liegt im Wesen und Charakter ein wesentlicher Unterschied. Der Langhaar ist in der Regel etwas sanfter und verträglicher. Der Kurzhaar ist bedeutend schwieriger, er ist der aggressivere der beiden und ist für Streit, auch mit großen Hunden immer zu haben. Sein Dickkopf macht es dem Herrchen nicht leicht, dem Hund begreiflich zu machen, dass er ihm zu gehorchen hat. Der Kurzhaar läßt sich trotz aller Liebe und Hingabe doch immer einen Freiraum für seine eigene Persönlichkeit.
Wer Kurzhaar und Langhhar gemeinsam hält, wird die Erfahrung machen, dass der Kurzhaar immer den Ton angibt, der Langhaar ist viel zu friedlich, als dass er sich dagegen wehren würde. Man sollte sich also, wenn man sich so einen Hund zulegen möchte, immer darüber nachdenken, welcher dieser beiden Varianten besser zu einem paßt und bedenken, dass der Chihuahua zwischen 15 und 20 Jahre alt werden kann